Sonntag, 29. Januar 2012

Winterlese

koslowski malt H.O. wie ich nur U.B.

Der idealtypische Mann im Gedicht sublimiert seine Gewaltbereitschaft, indem er sie gegen die Kaffeekörner der Marke Maxwell richtet. Unser H.O. hat seine Botschaft raffiniert chiffriert, aber für den kundigen Hermeneuten liegt sie offen zu Tage.

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Der unschuldige Fahrradrahmen schreibt

NSU: das ist so urdeutsch, das fuhr sogar Vater als 250er, das war letztlich die MÜNCH TT: NSU - ächt doitsch!

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Jan Seghers berichtet unter diesem seinem Nick

Überall nur solche Edelfressen, Hummerrestaurants etc. Dann aber doch eine verkommene Kaschemme, ich der einzige Gast, fettiger Wirt, schlechteste Frikadelle der Welt – wie gewünscht. Vor dem Golem steigt Ebermann aus dem Taxi, gebückt. Freue mich, Gremliza zu sehen, geht gleich um Rennräder (de Rosa, Gios). Wolfgang, Philipp, Dorothee und Katrin, die sich schrecklicherweise daran erinnert, dass wir uns am 28. Januar 1985 im Treppenhaus der Goebenstraße 9 eine ganz unmetaphorische Kopfnuss geteilt haben.
Dann diese Diskussion, kein Gespräch, sondern eher eine Vorlesung mit verteilten Rollen, von Ebermann dominiert – klug, aber schrecklich closed, monologisch, frei von jeder Neugier. Hinter allem so eine “erledigende Gebärde”. So dass ich am Ende dumm dastehe, wofür ich wohl auch einbestellt war. Na.
Als Zugabe noch ein kurzer, tragikomischer Auftritt von Tomayer. Und Gremlizas Schlusswort: “Es gibt kein richtiges Leben in Flaschen.”
Zum Glück dann munter am Tisch mit Piwitt und Ingrid. Als ich uns an der Theke einen Korn holen will, bescheidet mir der teuer beanzugte Schnöselkeeper, man habe nur Gin für 40 Euro das Glas, rückt dann aber doch zwei bezahlbare Stamperl Wodka raus. Seltsam, dass sich – außer Gremliza – alle ohne Abschied verkrümeln. Oder macht man das hier so?

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skulptur projekte münster 97 dichtet bis heute
Am Aasee am Wewerka-Pavillon nähe Steg einfach ins Gras legen und in den Himmel gucken, und küssen, wenns Glück dabei.

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Detlev Claussen lektorierte ich dieses

Wer sich heute des Beiworts 'rassistisch' bedient, kann sich der Übertreibung und der Bagatellisierung zugleich schuldig machen. Es bedarf jedoch keiner großen Anstrengung, um rassistische Praktiken zu erkennen.

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Udo Lattek schoß für den VfL Osnabrück viele Tore

Sie können ruhig etwas lauter nicken.

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Hermann Gerland stellt klar

Die haben doch heute Verletzungen, die gab es bei uns damals gar nicht.

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Jörg Dahlmann spricht als Sportreporter

Da geht er, ein großer Spieler. Ein Mann wie Steffi Graf.

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Christian Schultz-Gerstein wußte schon Bescheid

Drei Jahrzehnte lang galt in der Bundesrepublik die fetischistische Abwehr von NS-Symbolen als untrüglicher Beweis für eine erfolgreiche Bewältigung der Vergangenheit ... Da zeigten die Behörden, daß die Deutschen aus der Vergangenheit gelernt hatten, indem sie für Kfz-Kennzeichen ein Verbot von anstößigen Buchstabenkombinationen wie SS, KZ oder SA erließen.

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Mario Basler philosophiert über die Einheit der Gegensätze

Eigentlich bin ich ein Supertyp. Aber ich kann wohl auch ein richtiger Arsch sein!

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Andreas Brehme prognostiziert

Das Unmögliche möglich zu machen wird ein Ding der Unmöglichkeit.

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Lothar Matthäus gelingt das Unmögliche

Hoffentlich gelingt es mir, die Mannschaft aus Ihrer Ekstase zu holen.

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Hermann Peter Piwitt schreibt unversöhnlich aber sanft

So wie er herumfuhrwerkte: Außer sich. Und: Kein Mitleid mehr! Mit niemand. Er hat ein ungeheures Rot endlich zerlaufen lassen, ein bisher nie gewagtes, gegen Ocker und Heliogrün. Aber als er vom Blatt abgelassen hat, hätte er doch wieder nur sagen können: Studie oder Unerhörtes Rot, Geste oder Ohne Titel oder einfach Bild oder sonst irgendwie das Gefühl benennen mögen, ausgeschlafen und wie im Traum gearbeitet zu haben.
Bang und ohne Freude hat er das Blatt liegenlassen. Ein zweites angefangen. Ein drittes kaputtgemalt. Und wie, sagt er sich, hat Natur sich doch einmal für uns langgelegt!

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Jo­han­nes Flo­ehr bezieht Partei

Geld ist total geil. Davon kann man sich viel kau­fen, zum Bei­spiel sein Pu­bli­kum. Und dann be­kommt man immer Ap­plaus. So ist das. Ich finde, das ist die beste De­fi­ni­ti­on von „Ka­pi­ta­lis­mus“, die sich je ein Mensch um vier Uhr nachts hat ein­fal­len las­sen.
Mein Lieb­lings­pokémon ist üb­ri­gens Klein­stein.

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Felix Riedel macht eine Werbeunterbrechung

Der HB-Mann, Vorläufer des Wutbürgers, unterdrückte und kanalisierte einst seine berechtigte Aggression im Rauch, für eine Camel solle man meilenweit durch die Wüste gehen, die West-Domina verordnete den ewigen Test (the West). Gehemmte Vorlust ist Programm wie die Garantie, dass es zur Lust niemals kommt. Lord verspricht vor allem weiblichen Kompensationswünschen ein kleines extra für das Opfer des Alltages in männlicher Dominanz. Lucky Strike lieferte sicherlich den Vorläufer der autoritären Ontologie der Marlboro-Werbung.

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Joachim Bruhn legt dar, was deutsch ist

Ulrich Sonnemann, ein kluger Hasser der Sozialdemokratie, hat einmal bemerkt, es sei unmöglich, diese Partei zu verstehen, wenn man nicht zuvor eingesehen habe, daß sie an Stalin schon so urheberrechtlich beteiligt gewesen ist wie später dann an Hitler.

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Die Zwiebel No 12 notiert 1976

Widerstand soll von uns erwartet werden dürfen gegen die Einebnung oder Abstumpfung des ästhetischen und politischen Denkens und gegen den Verlust des historischen Bewußtseins.

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Jürgen Kehrer beginnt einen Abschnitt

Der Mond hing wie ein Stück schimmeliger Käse über den Baumwipfeln. Es unkte und quakte aus stinkenden schwarzen Tümpeln. In einiger Entfernung stachen Autoscheinwerfer Lichtschlitze in die Nacht.

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Ernst Bloch sagt in etwa immer wieder

Obwohl wir noch nicht wissen, was der Mensch ist, haben wir den Zustand, daß wir genau wissen, was nicht ein Mensch ist.
Wir sind als Menschen Mangelwesen par exellence.

Heute dienen die Widersprüche der Ungleichzeitigkeit ausschließlich der Reaktion.

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Kap. Grenzen der Aufklärung

Halbbildung.

Kap. Elemente des Antisemitismus

Selbst die letzte Ruhe soll keine sein.

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Der Hessische Rundfunk sendet am 9. August 1965

Der Druck des herrschenden Allgemeinen auf alles Besondere, die einzelnen Menschen und die einzelnen Institutionen, hat eine Tendenz, das Besondere und Einzelne samt seiner Widerstandskraft zu zertrümmern.

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Constant Djakpa bolzt und blödelt in der Frankfurter Rundschau

Ich bin ein Mannschaftsspieler. Wenn ich nicht spiele, spielt ein Freund von mir. Es geht um Teamspirit. Ich habe alle Spiele gemacht bisher, jetzt dürfen andere spielen. Ist doch schön. Für mich ist das okay.

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Titanic schreibt einen Brief

Und Sie, Thea Dorn,
gaben dem Buchjournal betreffs Ihrer neuen Patriotismusschwarte ein Interview, in dem Sie den deutschen Status quo beklagten: »Ein Land, das 99 Prozent seiner Geschichte vergißt, kann nicht zukunftsfähig sein. Mein Haupteindruck von der gegenwärtigen Gesellschaft ist furchtbare Verzagtheit. Wir werden jetzt von einer ängstlichen Mitte dominiert. Es gab in diesem Land einmal sehr starke Extreme.« Frau Dorn, wir müssen Ihnen leider mitteilen, daß das Buch bereits überholt ist. Denn gerade merkt doch die deutsche Seele verblüfft, daß es diese sehr starken Extreme nach wie vor gibt. Und daß sie sich furchtbar unverzagt auf die deutsche Geschichte beziehen. Nur das mit der ängstlichen Mitte stimmt schon seit den Gründungstagen Ihrer geliebten Volksgemeinschaft.
Dorn, wir behalten Sie im Auge:
Titanic

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Ein Pseudonym schreibt im derFreitag

Von Menschen und Büchern. Was soll´s?

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Wladimir Kaminer macht der Konkret eine Sentenz

Die Probleme, die die deutschen Politiker zu lösen versuchen, sind nicht die Probleme, die die Menschen tatsächlich haben.

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Bertolt Brecht kannte einen Herrn Keuner

Heute, beklagte sich Herr K., gibt es Unzählige, die sich öffentlich rühmen, ganz allein bzw. mit gleichgestimmten Geistschreibern große Bücher verfassen zu können, und dies wird allgemein gebilligt.
Der extraterrestische All- und Minimal-Philosoph Karl Theodor Horkhausen aber verfaßte noch im gestandenen Mannesalter ein Notat von hunderttausend Worten, das zu neunzig Prozent aus Zitaten bestand.
Solche Bücher können bei uns nicht mehr geschrieben werden, da der Geist zu hören und zu fühlen fehlt.

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Theodor W. Adorno schreibt in einem Essay

Die einzig wahrhafte Kraft gegen das Prinzip von Auschwitz wäre Autonomie, wenn ich den Kantischen Ausdruck verwenden darf; die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht-Mitmachen.

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Max Horkheimer schreibt am 22. November 1967
an die Kampagne für Abrüstung, Ostermarsch etc.*

Wenn Ihre Mahnwache nicht selbst im Zeichen kriegerischer Parteinahme, sondern der des Friedens stehen soll, wird sie sich ganz gewiß nicht auf das amerikanische Konsulat beschränken dürfen, sondern ebensosehr den anderen involvierten Konsulaten gelten müssen, sonst wird sie, bei allen idealistischen Motiven, ein Element der Kriegspropaganda, anstatt eine Kundgebung für den Frieden.
*Der Brief an Alfred Riedel, mit Unterschrift im Horkheimer-Archiv, wurde offenbar nicht abgeschickt. Der Grund ist nicht mehr zu ermitteln.

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Theodor W. Adorno spricht am 18. April 1966 im HR

Barbarei besteht fort, solange die Bedingungen, die jenen Rückfall zeitigten, wesentlich fortdauern. Das ist das ganze Grauen. Der gesellschaftliche Druck lastet weiter, trotz aller Unsichtbarkeit der Not heute.
Wenn im Zivilisationsprinzip selbst die Barbarei angelegt ist, dann hat es etwas Desparates, dagegen aufzubegehren. Die Besinnung darauf, wie die Wiederkehr von Auschwitz zu verhindern sei, wird verdüstert davon, daß man dieses Desparaten sich bewußt sein muß, wenn man nicht der idealistischen Phrase verfallen will.
Der Völkermord hat seine Wurzel in jener Resurrektion des angriffslustigen Nationalismus, der seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts in vielen Ländern sich zutrug.

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Leo Fischer schreibt im Januar 2012 in Konkret

Wichtig ist, "überhaupt miteinander zu reden. Aus Erfahrungen im Institut Solidarische Moderne wissen wir, daß ein Gespräch an einem Tisch, möglichst an einem neutralen Ort und moderiert von einer unbefangenen Person, Wunder wirken kann", dazu noch ein, zwei Hefeweizen, dann ist wenigstens für den Moment vergessen, daß man sich nicht ausstehen kann.

Wechselnde Notate 2012

Insgesamt dürfen bei Schreibwettbewerben maximal drei Notate eingewechselt werden, um erschöpfte oder verletzte Notate auszutauschen oder taktische Änderungen vorzunehmen. Bereits ausgewechselte Notate dürfen jedoch nicht wieder eingewechselt werden. Bei Nebel wird ein Notat abgesagt, wenn der gegnerische Notator in seinem Tastaturraum von dem gegenüberliegenden Tastaturraum des Notierenden nicht mehr gesehen wird.

:: Das Vordach brennt / die Pfeiler eiern / Zum Gück bin ich / auch Fan von Bayern // Jean-Marie Pfaff gewidmet

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